5-tägiger Grundkurs mit dem DAV

Im Haus Hammer morgens am 03.01.2018 angekommen, ging es bei unserem Grundkurs Ski- und Snowboardtouren gleich los mit der ersten Lawinen-Verschütten-Suche. Schon nach kurzer Zeit hatten wir unseren „Verschütteten“ auf einer mäßig beschneiten Graslandschaft stehend, gefunden.

Puderschnee trotz Regenguss

Mittags machten wir uns dann auf den Weg zum Parkplatz des Skigebiets am Spitzingsee. Von dort aus starteten wir unsere erste Skitour. Der eineinhalb-stündige Aufstieg durch eisiges Schneetreiben, heftige Windböen, äußert schlechter Sicht und teilweise sogar Regen, hielten uns nicht davon ab nahezu euphorisch den Gipfel des Roßkopfes zu erklimmen. Und tatsächlich: die Strapazen hatten sich gelohnt. Allerfeinster Puderschnee beglückte uns auf einer kurzen, aber wunderschönen Abfahrt zurück zum Auto. Zurück im Haus Hammer verbrachten wir, wie eigentlich so ziemlich jeden Abend, mit einigen Runden Uno (mit neuen Regeln versteht sich), einem deftigen, leckeren und selbstgekochtem Abendessen und schließlich der Tour Planung für den nächsten Tag.

Ohne Lawinenlagebericht geht nix

Jeden Morgen starteten wir mit einem gemeinsamen Frühstück, woraufhin wir den Lawinenlagebericht mit Manfred lasen und meist gegen 8:00 Uhr den Ort Hammer „pünktlich“ 😉 verließen. Am zweiten Tag führten uns bereits Leonie, Adrian und Julian zur Taubensteinbahn hinauf. Auf dem Weg zeigte uns Manfred, wie man mit Hilfe von einem Schneesäulentest die Lawinengefahr besser einschätzen kann. Das dafür nötige Loch durften natürlich die Jungs buddeln… Im Taubensteinhaus kehrten wir nach zweieinhalb Stunden ein. Gut gestärkt ging es dann erst einmal bergab, jedoch folgte kurze Zeit später ein etwas unvorhergesehener Anstieg, der uns alle kräftig schnaufen ließ, da es den ganzen Vormittag heftig schneite und wir somit durch Tiefschnee stapften. Schließlich an der Schönfeldhütte angekommen, genossen wir eine wunderbare Abfahrt über den Manfred-Hang (Tagesziel unseres Guides). Am Nachmittag dann hatten wir unsere erste Theorie Stunde über Schnee- und Lawinenkunde. Dank Manfreds großem Wissen, konnten wir dabei sehr viel über verschiedene Lawinenarten, die Schneezusammensetzung und auslösende Ursachen lernen. Wie bereits erwähnt folgten ein lustiger Spieleabend mit Uno, ein delikates Abendessen und die Tour Planung für den nächsten Tag.

Auch Bruchharsch kann Spaß machen

Eine sechs stündige Tour erwartete uns am Freitag: der dritte Tag, die dritte Skitour. Heute durften Sarah und Bene die Führung übernehmen und sie zeigten uns den Weg auf das Trainsjoch. Trotz eines kräftezehrenden Aufstiegs, warmer Temperaturen und einer notgedrungenen Planänderung hatten wir einen wunderbaren Tag: Aufgrund von einigen Lawinenabgängen entschieden wir uns nämlich dafür, nicht ganz hoch auf das Trainsjoch zu gehen, sondern den Ausblick auf den wilden Kaiser vom etwas tiefergelegenen Ascherjoch zu genießen. Nach einer kurzen Mittagspause und einer Foto-Session führte uns der Weg durch recht dichten Wald hinunter. Dazu kamen die äußerst schwierigen Schneebedingen. Über Nacht war die Schneedecke stark durchnässt und wieder gefroren. Somit hatte sich eine harte Kruste gebildet. Trotz alle dem hatten wir sehr viel Spaß und kamen alle wieder heil im Tal unten an. Zu erwähnen bleiben außerdem die verschiedenen Lawinen-Szenarios, die Manfred gekonnt inszenierte. Ein in einer Brotzeitbox vergrabenes LVS Gerät diente dabei als Lawinenopfer und unsere Gruppe als Helfer-Trupp: einer setzte den Notruf ab, einer begann zu suchen, drei weitere packten ihre Schaufeln und eine Sonde aus und los ging´s. Mit vereinten Kräften retteten wir die „Verschütteten“. Lediglich die grüne Brotzeitbox musste daran glauben, denn die hatte das Sondieren nicht überlebt 😉

Tanzeck Reib´n

Unser vorletzter Tag hatte so einige Höhen und Tiefen- also was den Aufstieg und die Abfahrten betreffen natürlich. So starteten wir unseren Tag um 8:30 Uhr am Parkplatz zum Spitzingsee. Von dort führten uns Johannes und Ciara noch einmal Richtung Schönfeldhütte. Hier ergab sich uns eine weitere Lawinenübung, in nächster Nähe zu einigen echten Schneebrettabgängen. Über das Tanzeck ging es dann weiter zum Taubensteingipfel, runter und wieder hoch zur Krottenalm und schließlich die bereits bekannte Abfahrt über den Manfred-Hang. Insgesamt waren wir dann nach 8 Stunden an der frischen Luft und ziemlich fix und fertig. Abendessen, Tour planen für den nächsten Tag und ab ins Bett.

Jetzt durften wir selber ran

Am letzten Tag durfte jeder von uns ein kleines Stück der Tour leiten. Leider war der Schnee in den letzten Tagen größtenteils weggetaut, weshalb wir uns ziemlich viele Gedanken beim Aufstieg machen mussten. Auf demLacherspitz angekommen, analysierte die Gruppe noch einige Hangsteigungen, bevor wir uns auf den Heimweg machten. Unsere letzte Abfahrt sollte ziemlich witzig werden, weil wir alle natürlich sämtliche Kratzer in den Skiern vermeiden wollten… Zur Feier des Tages schlossen wir die Woche bei einem großen Stück Torte im Café Huber in Bayrischzell ab und waren uns durch und durch einig: Die Woche hat jedem von uns super viel Spaß gemacht, wir haben viel zu viel gelacht (wenn das überhaupt möglich ist) und wir haben alle sehr viel gelernt, sodass wir in Zukunft auch einfach mal so eine Skitour starten können.

Text: Ciara Mathe, Bilder: Sarah Mathe